Motor geht bei Wärme aus
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Thema:
Autor des Themas: Haflilessi
Betreff: Motor geht bei Wärme aus
Gesendet am: 15.04.2007 14:50:27 Uhr
Nachricht:
Ist es schön warm (28 - 30 Grad) setzt der Motor meines AP 700 nach einer gewissen Fahrzeit einfach aus und ist erst nach einer Wartezeit von einigen Minuten (möglichst im Schatten) wieder zu starten. Nachdem ich die Benzinversorgung optimiert habe (neue Filter, Schläuche, Tank innen lackiert) und der Vergaser überarbeiten wurde, tippe ich auf die Zündspule. Hat jemand eine andere Idee?
Antworten:
Antwort von: willi
Gesendet am: 15.04.2007 19:45:00 Uhr
Beitrag:
die funktion der zündspule sollte ja leicht überprüft werden können (zündkerze herausschrauben, auf masse legen und starten, wenn zündfunke da ist ist auch zündspule ok).
wie bleibt den der motor stehen? welche anzeichen gibt es vorher? leistungsabfall? lässt sich der motor nach dem stehen bleiben mit dem dynastarter leicht drehen? hat der vergaser sicher benzin? fördert die benzienpumpe(schlauch abziehen und in eingefäss halten und starten)?
beim startversuch gibt es da überhaupt kein zünd/explosionsgeräusch?
nach der warte/abkühlzeit springt der motor beim starten sofort an oder muss man da einigezeit starten?
lg
willi
Antwort von: hans51
Gesendet am: 15.04.2007 20:46:36 Uhr
Beitrag:
Nach der Literatur ist das ein klassischer Fall von Dampfblasenbildung. Diese tritt auf, wenn das Benzin zu heiß wird, sei es in der Benzinpumpe, der Zuleitung oder im Vergaser. Es reicht oft schon ein verschmutzter Benzinpumpenflansch ( Isolierteil ). Auch sollte die Benzinleitung nicht zu nahe am Motor verlegt sein. Metalleitungen nicht durch Kunststoff ersetzen.
Ich habe auch schon einen eingeschlagenen Auspuffkrümmer gehabt, bei dem die Abgase des linken Zylinders praktisch nur über die Vergaservorwärmung gegangen sind und der Vergaser hat gekocht.
In meinem Fall war es dann boshafterweise ein fehlender Öltropfen am Unterbrecher, der durch Erwärmung einfach offengeblieben ist. Aber zum Glück hat der Ölmeßstab immer einen Tropfen Öl übrig.
Viel Glück und halte uns auf dem laufenden.
Hans
Antwort von: Haflilessi
Gesendet am: 16.04.2007 21:11:01 Uhr
Beitrag:
Hallo Willi,
zu Deinen Fragen:
Der Motor bleibt einfach weg, also ob der Sprit abgedreht würde. Es gibt vorher keine Anzeichen. Er lässt sich leicht drehen und hat kein Zünd-/Explositiongeräusch. Am letzten Sonntag lief er 1/2 Stunde gut. Dann wurde er abgestellt. Nach 5 Minuten ging es weiter, dann blieb er nach 2 Minuten stehen und konnte nur angeschleppt werden (Batterie war am Ende). Das Gleiche wiederholte sich in kurzem Abstand und war auch früher schon mal so.
Viele Grüße
Matthias
Antwort von: willi
Gesendet am: 16.04.2007 23:40:34 Uhr
Beitrag:
hier mein vorschlag:
nachdem sich der motor drehen lässt scheint es zumindest kein mechanisches problem (usser den ventilen)zu sein.
daher würde ich mal versuchen herauszufinden obs an der benzinzufuhr oder an der zündung liegt.
wenn du den luftfilter abnimmst siehst du in den vergaser. wenn du die drosselklappe öffnest muss die bechleunigepumpe benzin in den vergaser spritzen. das kann man wenn man von oben in den vergaser reinschaut sehen (und auch riechen) mach das mal testweise wenn alles in ordnung ist damit du dich auskennst.
wenn dann der motor stehen bleibt nimm schnell den luftfilter (fahren solltest du nicht ohne luftfillter da fehlzündungen brandgefahr verursachen können)ab und schau ob die beschleunigerpumpe benzin reinspritzt wenn du die drosselklappe öffnest.
wenn benzin reingespritz wird ist mit hoher wahrscheinlichkeit mit der benzinzufuhr alles in ordnung. wenn nicht heisst es das der vergaser in diesem moment keinen benzin hat und du musst hier die ursache suchen.
bei der zündung würde ich (wenn der motor funktioniert) mit dem zündkerzenschlüssel mal eine zündkerze herausschrauben, das gewinde auf masse legen (natürlich das zünkabel wieder anstecken)und jemand soll den motor starten und du schaust ob du einen zündfunken siehst.
das gleiche machst du wenn der motor stehen bleibt. nachdem der motor jetzt heiss ist bitte auf die hände wegen verbrennen aufpassen und schauen ob du jetzt beim starten einen zündfunken hast oder nicht.
wenn kein zündfunke zu sehen ist müssen wir auf dieser seite weitersuchen und schauen ob die 12V für die zündspule vom unterbrecherkontackt geschaltet werden und die zündspule hochspannung abgibt usw.
wenn ein zündfunke da ist (auf beiden zündkerzen) dann wirds etwas kompliziert den dann bleibt eigentlich nur ein problem mit einem offenen ventil oder so.
deine schilderung bringt mich noch auf eine andere (wenn auch eher unwahrscheinliche) idee. du sagst die batterie ist schon am ende gewesen.
wenn die baterieladung nicht funktioniert und sich die batterie entlädt
könnte auch nach einer halben stunde die batteriespannung soweit absinken, dass die zündspannung nicht mehr erreicht wird. dann wartet man und die batterie erholt sich etwas und man startet wieder usw.
ist aber eher unwahrscheinlich weil du da immer auch startschwierigkeiten haben müsstest. wenn du ein messgerät hast miss doch mal die batteriespannung im ruhezustand und bei laufendem motor.
bin schon gespannt was du bei den versuchen herausfindest. fehlersuchen ist immer spannend!
lg
willi
Antwort von: rohdinger
Gesendet am: 17.04.2007 08:03:00 Uhr
Beitrag:
Willis Ausführungen sind genau richtig. Der Einfachheit halber, könntest Du auch eine Stroboskob Blitzlampe mitnehmen um die Zündkabel zu kontrolliern und zusätzlich noch ein Multimeter um die 12 Volt am Unterbrecher zu prüfen. Falls Du einen Schweizer Hafi mit abgeschirmter Zündung hast geht das mit der Strobi Lampe nicht, es sei denn Du baust ein ungeschirmtes Kabel mit Mil Steckern ein.
Funktioniert Deine Tankentlüftung?
Antwort von: AP700
Gesendet am: 18.04.2007 11:17:00 Uhr
Beitrag:
Hallo hafilessi!
Ich gehe davon aus daß dein Haflinger mit der eingebauten mechanischen Weber-Bezinpumpe funktionieren soll (daher der Defekt) und daß keine elektr. Pumpe vorhanden ist.
Zu 99,999 % liegt der Fehler darin daß die Pumpe heiß wird und nix fördert weil sich zwischen dem in der Pumpe befindlichen Sieb und glockenförmigem Deckel Benzindampf gebildet hat. Durch den Dampf bewegen sich die sich im Pumpengehäuse befindlichen Rückschlagventile nicht. Folge ist, obwohl die Membrane hin und her bewegt wird durch den Stößel beim Versuch den Motor zu starten, daß keine Förderung von Benzin stattfindet und die Schwimmerkammer im Vergaser leer läuft.
Mir ist vergangenen Samstag genau das gleiche passiert auf der Fahrt nach Neufeld/Leitha: Wetter sehr sonnig,heiß zu Mittag, Haflinger sehr zügig gefahren, nach kurzem Stopp von 10min weiterfahren wollen, ca. 500meter gefahren dann plötzlich Ruckeln dann Aus. Symptom: kein Benzin. Vergaserschwimmerkammer geöffnet:Leer. Benzintank: 1/2 voll.
Oberen und hinteren Motordeckel geöffnet, 10 Min. abgewartet, Zünkerzen kontrolliert-waren Ok, 1/2 Liter Wasser langsam über Pumpe geträufelt, gestartet und siehe da: Lief einwandfrei bis zum Ziel.
Der Defekt ist aber nicht unbekannt, Eigenartigerweise leiden nicht alle Haflinger unter dem Problem aber es gibt etliche. Eine der Ursachen ist sicher der rundherum gut abgedichtete Motorraum.
War gewiß einer der Gründe, daß die Schweizer als Perfektionisten ihre Haflinger mit elektr. Pumpen ausrüsten ließen.
Abhilfe: mehr Kühlung, Schlauch Pumpe-Vergaser so legen daß er nicht der Hitze ausgesetzt ist, Abschirmblech an Rohr der Vergaservorwärmung, Haflinger eher schonend fahren, Mitnahme von Wasser in PET-Flasche, evtl. Umbau auf elektr. Pumpe.
Grüße an alle AP700
Antwort von: Haflilessi
Gesendet am: 18.04.2007 21:24:33 Uhr
Beitrag:
Hallo AP700,
das ist es, was Du schreibst ist sehr plausibel. Durch den Stillstand entsteht ein Wärmestau, der das Benzin verdunsten lässt.
Super, vielen Dank und beste Grüße
Matthias
Antwort von: AP700
Gesendet am: 20.04.2007 16:14:23 Uhr
Beitrag:
@hafilessi!
Ohne Zweifel ist es so, denn ansonst wäre es ja nicht möglich daß, nachdem die Pumpe bzw. der Motor durch eine Abkühlpause von etwa 20 min. wieder anspringt wie wenn nie etwas gewesen wäre. Wenn dann weitergefahren wird, ohne den Motor dazwischen abzustellen, wird er von selbst wegen Benzinmangel im Vergaser nicht absterben denn solange Benzin gefördert wird, wird durch das friche Benzin aus dem Tank auch die Pumpe von innen her gekühlt. Um das Problem zu beheben denke ich unter Umständen an das anbringen eines jener quadratischen
12V Schaltpult-Lüfter im Bereich rechts im Motorraum, der an Klemme Batt.+ am Startrelais angeschlossen sein könnte, und sobald der Batterie-Hauptschalter eingeschaltet wird, einfach mitläuft und dauernd kühlende Luft über den Bereich der Benzinpumpe bläst.
Was halten die Kollegen von der Idee? Gruß, AP700
Antwort von: hans51
Gesendet am: 20.04.2007 18:45:03 Uhr
Beitrag:
Servus AP700
Bei meiner Vermutung wegen der Dampfblasen bin ich offensichtlich nicht falsch gelegen. Jedoch bin ich der Meinung, daß zu mindestens 70 % das Problem im Vergaser liegt.
Dampfblasenprobleme gab es schon immer bei den Boxermotoren von Zündapp und BMW und die hatten keine Benzinpumpe, sondern arbeiteten mit Fallbenzin. Wenn im Vergaser eine Dampfblase sitzt, saugt das Venturirohr nicht an und alles steht. Die kühlen Englnder haben für ihre Sportwagen mit den noch empfindlicheren Gleichdruckvergasern von Skinner bei Exportmodellen in wärmere Länder Dampfblasenabscheider eingebaut, die in Vergaserhöhe montiert wurden, meistens die von Pieburg.
Auch entsteht ein Wärmestau immer oben. Deshalb haben die Wüstenhafis diese komische Heckentlüftung, damit in der Glocke, die der Motordeckel bildet, kein Wärmestau auftritt.
Daß die Benzinpumpe nicht fördert, kann ich nicht ausschließen, glaube es aber nicht.
Vorbeugend könnte man das Aluminiumoxyd von der Pumpe entfernen, weil eine saubere blanke Aluoberfläche nur halb soviel Wärmestrahlung absorbiert. Backofenreiniger, auch wenn draufsteht, daß er nicht für Alu geeignet ist, weil er Alu beizt. Oder ein Poliermittel oder beizen mit Ätznatron. Auch ein Wärmeschutzblech bei der Pumpe wird keinen Schaden anrichten.
Die gleiche Behandlung würde ich auch beim Vergaser machen.
Wenn ich mich richtig erinnere, hatte mein Puch 500 eine abschaltbare Vergaserkrümmervorwärmung, indem in das Rohr ein Stopfen eingeschraubt wurde. Warum hat das der Haflinger nicht ?
Was meinst Du dazu ? Grüße Hans.
Antwort von: AP700
Gesendet am: 22.04.2007 12:17:28 Uhr
Beitrag:
Hallo hans51!
Den Vergaserkrümmer der Puch-Autos den du beschreibst, 500D usw., habe ich schon gesehen, ja, die hatten einen Gewindestutzen im Bereich nach dem Vergaser wo ein Stopfen eingeschraubt werden konnte. Ob von der Möglichkeit viele Puch 500er Fahrer Gebrauch machten wage ich sehr zu bezweifeln!
Beim Haflinger wäre das noch einfacher gewesen, im Gegensatz zum Puch-500 ist hier der übersichtliche Zugang von oben her gegeben.
Warum das weggelassen wurde? Aus Gründen der Verbilligung glaube ich nicht, beim Aufwand in der Herstellung wär´s auf das Detail nicht mehr angekommen. Du mußt dir aber vor Augen halten, daß der Bereich unter dem Vergaser, also der Gußteil wo der Vergaser befestigt ist, durch die Strömung der angesaugten Luft und dem zerstäubten Benzin
(90° Umlenkung) immer sehr stark ausgekühlt wird. Damit hier das Benzin nicht kondensiert und ausfällt muß der Gußteil erwärmt werden. Bei Flugzeugen mit Kolbenmotoren (Piper, Cessna usw.) wird sogar das Saugrohr extra beheizt damit ja keine Eisbildung auftritt. Mir ist es einmal in einem sehr kalten Winter mit viel Schnee, lang ist´s her wo ich noch 2CV gefahren habe, passiert daß das Auto immer langsamer wurde bis es stehen blieb, bei Nachschau war ein dicker Eisklumpen dort wo der Vergaser war. Ist nichts weiter passiert, nach 10min war das Eis durch die Motorwärme weg , beim Flugzeug geht so etwas nicht so glimpflich aus. Als mir kürzlich beim Haflinger das Benzin ausging, habe ich den Vergaser geöffnet, war leer. Auch beim starten des Motors sprudelte kein Benzin aus dem Schwimmerventil. Erst nach guter Abkühlung der Pumpe hat´s wieder funktioniert. Eine elektr. Pumpe wäre die Lösung des Problems, oder ein kleiner Ventilator.
Den Luftführungskasten am Heck des 700APT (damals bei Camo, Auto ist schon verkauft) habe ich mir angesehen. War innen hohl (keine Filter usw.), dient also echt nur zur Luftführung, offensichtlich also zur Vermeidung daß das Axialgebläse hauptsächlich sandhältige Luft ansaugt die beim Fahren von den Rädern aufgewirbelt wird, es sind nämlich die Ansaugschlitze an der Oberseite. Der Motordeckel selbst ist aus vollem Blech, hat zwar die Prägungen aber keine Öffnungen. In Verbindung damit gab es für den Vergaser ein mehrteiliges Rohr nach vorne und an der Fronthaube mittig war der kleine Zyklon-Sandabscheider Fabrikat Mann, der ansonst am Ansaugstutzen des Ölbadluftfilters befestigt ist (anstelle des Querrohres). Bemerkenswert war auch ein weiteres Detail: an der oberen Abdeckhaube waren setlich Schlitze ausgestanzt (ca.100x8mm, wohl zur Abfuhr der Stauwärme im Motorraum. Diese waren am betreffenden Hafi durch an der Innenseite der Haube anpunktierte Blechstreifen nachträglich verschlossen worden. Daraus sieht man aber, daß man sich schon damals bei S.D.P. mit den Hitzeproblemen im Motorraum beschäftigen mußte. Möchte in B.I. sehen was andere Hafibesitzer dazu machen. Verabschiede mich für die nächsten 3 Wochen nach Argentinien/Chile in die Anden, Grüße AP700
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